Joachim Frehde

 

geb:  1. Januar 1925

gest.:  11. Juli 2004

 

Lieber Jochen,

 

nachdem Du Deine Radsportlaufbahn vor dem 2. Weltkrieg bei den Magdeburger Germanen als Jugendfahrer begonnen hast und Du im Krieg nicht mit Deinem Schiff abgesoffen bist, konntest Du nach dem Krieg wieder aktiv zuerst bei "Grün-Rot" und dann bei "Einheit" fahren und unter anderem Dritter bei der Landesmeisterschaft auf der Bahn werden.

Neben der Arbeit als Reparaturschlosser in der Vergüterei im SKET war Dein Lebensinhalt der Radsport. Unter den schwierigen Bedingungen des Anfangs nach dem Krieg musste alles aus altem Material aber mit Deinem erfrischenden Mut und Elan in die Gänge gebracht werden. Aus gebrauchtem Material mit aus heutiger Sicht unvertretbarem Aufwand wieder brauchbare Rennmaschinen zu machen, war Deine Passion.

Du übernahmst seit der Gründung der Sektion Radsport bei Motor Mitte Magdeburg 1954 für 18 Jahre deren Leitung. Dabei hast Du Dein Multitalent als Sektionsleiter, Mechaniker, Masseur, Rennbegleiter, Chronist, Sprecher bei Rennen und Ausrichter von Rennen wie "Rund um den Dom" und "Großer Preis von Magdeburg" unter Beweis gestellt.

Wenn wir hier Deine Worte zitieren: "Ich war einer der erfolglosesten Radrenner Deutschlands", dann spricht das für Deine realitätsnahe Beurteilung aus der Sicht der erfolgsgeilen Öffentlichkeit. Vielmehr warst Du aber einer der erfolgreichsten Betreuer und Schaffer von Bedingungen für die nachwachsenden Renner, den wir alle kennen und schätzen gelernt haben. Durch Deine Finger liefen solche Rennfahrer wie die Brüder Klaus und Karl-Heinz Engel, Richard und Rudi Kieren, Günter und Lothar Hell, Horst Gäde, Edgar Papajewski, Bernd Lange, Hilmar Pulz, Klaus Kohle, Henry Kühlhorn, Peter Obenhaupt, Klaus Schulze, Ernst Rottstock, Volker Thormeyer, Wolfgang Wesemann, Karl-Heinz Friedrich, Mario Tauscher, Ingo Söder, Silvio Sparmann, Mike Berger, Stephan Gottschling, Hagen Bernutz, Sven Sobiella, Michael Schlickum, Eike Heinicke, Toralf Baumgarten und und ....

Kein Weg war Dir zu weit, wenn Du mit uns am rennfreien Sonntag mit dem Rad in den Harz gefahren bist. Durch Dich haben wir getreu Deinem Motto "Lerne die Heimat kennen" viele schöne Strecken kennen gelernt. Besonderer Höhepunkt war die von Dir organisierte jährliche mehrtägige Fahrt zum Tribüne-Bergpreis nach Blankenburg.

Mit Recht warst Du stolz auf die langjährige Freundschaft mit Rudi Altig. Würdigen wollen wir hier auch Deine Frau, die manche Stunde auf Dich wegen Deines Engagements für uns verzichten musste.

Wir alle haben Dich bewundert, wie Du selbst im hohen Alter, immer wenn Dein Gesundheitszustand es zu ließ, Deine 40-bis-60-km-Runden auf Deiner Rennmaschine absolviert hast.

Lieber Jochen,

das was Du für den Radsport -für unseren geliebten Radsport- geleistet hast, ist nicht wiederholbar. Dafür danken wir Dir und so wollen wir Dich in Erinnerung behalten.

 

 

Magdeburg, 29.Juli 2004